WIENER SCHULE FÜR TRADITIONELLE CHINESISCHE MEDIZIN
Yangming wird im Huang Ti Nei Jing als "das trockene Metall des Westens“ bezeichnet.
Yangming in einem klassisch chinesischen Zusammenhang bedeutet ein ganzes "Konstrukt" aus verschiedenen Komponenten, weshalb der Ausdruck "Schicht" der Ganzheit, was die Yangming Schicht beinhaltet nicht wirklich gerecht wird.
Die Energie/Qi der Yangming Schicht ist "Trockenheit". Das Element, welchem die Yangming Schicht zugeordnet ist, ist das Metall, die Richtung der Yangming Schicht ist der "Westen" und damit auf den menschlichen Körper bezogen die linike Körperhälfte des Patienten. (dort befindet sich ja auch der absteigende Dickdarm-Ast), die Richtung der Sonne im Westen ist also nach unten, weshalb das Yangming physiologisch auch absteigen sollte.
Die symbolische Farbe des Yangmings ist die des Metalles, also weiss. (als pathologische Körpersekretion gelb/orange)
Die zugehörigen Leitbahnen: Fuss Yangming Magenmeridian, Hand Yangming Dickdarmmeridian.
Die zugehörigen Organe sind: Magen (Hohl-/ Yang / äusseres Organ der Erde) und Dickdarm (Hohl-/ Yang / äusseres Organ des Metalls)
Physiologie: Die Trockenheit des Magens gleicht die Feuchte der Taiyin / Milz physiologisch aus. Vom Magen her werden Essen und Trinken in Trübes und Klares gespalten.
Das Klare wird nach oben vernebelt, das Trübe nimmt als Darminhalt seinen Weg nach unten. Das Herrscher-Feuer / Yang (Dünndarm) unter dem Magen ist die Verdauungskraft.
Zhang Zhong Jing redet bei Yang Ming Schicht auch gerne über die "Magendomäne", was vom Mund bis zum After den gesamten Verdauungstrakt mitbeinhaltet.
Pathologie: Wird der Magen/Dickdarm nun zu trocken, entstehen "verwirrtes reden" oder Verstopfung, oder beides, nennen wir das ein Cheng Qi Tang Szenario,
Ist es mehr die Energetik, dass alles trocken ist und das Qi nicht nach unten gehen kann (weil es nicht in Flüssigkeit "containert" wird) und daher ausserhalb des Materials ist, nennen wir dies hohes Fieber und ein Bai Hu Tang Szenario.
Grundlegende Zeichen einer Yang Ming Erkrankung zeigen sich durch Exzess in der Magendomäne und schlüpfrigen Pulsen (=Hitze), oder hohem Fieber mit Durst. Der Puls ist oberflächlich und schlüpfrig,
Wie entsteht eine Yang Ming Erkrankung? Entweder durch hohes Fieber, welches die Flüssigkeiten konsumiert, oder wenn Schwitzen, Erbrechen oder Durchfall zum Verlust von Flüssigkeiten führt und damit Trockenheit in der Magendomäne entsteht.
Grundlegende Zeichen einer Yangming Erkrankung sind somit entweder: Erstens wenn exzessives Schwitzen stattgefunden hat, es große Unruhe und plötzlichen Durst gibt, der Puls groß und flutend ist,
oder- zweitens- wenn es "verwirrtes" reden und Verstopfung gibt, mit trockenem hartem Stuhl und schlüpfrigem Puls (Hitze durch Trockenheit) auf der rechten guan Position gibt.
In seltenen Fällen kann der Puls auf der rechten guan Position auch drahtig sein (mehr Trockenheit als Hitze).
Das Bai Hu Tang Szenario: "die 4 großen“, grosses Fieber, viel Durst, viel Schwitzen, flutender, schlüpfriger Puls
Das Cheng Qi Tang Szenario: Verstopfung, Völlegefühl, erschwerte Defäkation, verwirrtes Reden, Distension
Symptome im alltäglichen, die auf ein Yang Ming Erkrankung schliessen lassen: Zahnen, Zahnfleischbluten oder Entzündungen, Sekretion mit gelben Flüssigkeiten, Nasennebenhöhlen Entzündung mit gelbem Schleim, Nase verstopft nicht mehr rinnend mit gelbem Schleim, Probleme die hauptsächlich am späten Nachmittag auftreten, Nachtschwitzen, Fieberträume, Unruhe, verwirrtes Reden, Fieber, welches konstant hoch ist
Zeitverlauf: Im Shang Han Lun heisst es Yangming ist Tag 2-3. Im Neijing heisst es Yangming ist Tag 2.
"Biao Ben zhong Qi" - da steht im Huang Ti Nei Jing, dass sich Yangming von seiner ausgleichenden Qualität zeigt, also von der Yang-Erde,
das ist der Magen - ergo die Magendomäne. Selbst bei hohem Fieber - Bai Hu Tang- , sehen wir verwirrtes reden = Fieber Delirium.
Biao (Schicht/Konstrukt): Yangming, Biao ist Yang
Ben (Wurzelqualität): Trockenheit, Ben ist Yin
Zhong Qi (Ausgleich zur Wurzel): Nässe des Tai Yin,/ Erde
Kai Ke Su: In einer viel allgemeineren Betrachtung - im grossen Kontext von wie wird Yang zu Yin und Yin zu Yang, im sogenannten Kai Ke Shu: Yang Ming muss schließen.
Dies bedeutet das Qi muss nach unten, sei es bei Fieber, wo das Yang wieder in die Materie muss (Shi Gao) oder sei es das Qi des Verdauungstraktes, das präferabel von oben nach unten geht..
Pathologisch kann Yangming also entweder nicht schliessen/nach unten gehen (hohes Fieber), oder zu sehr schliessen
(Verstopfung, allerdings geht da das Qi auch nicht nach unten, weil unten zu sehr schliesst).